Schauspielpatienten-Programm
an der Medizinischen Fakultät der Universität Würzburg

Im Rahmen der Ausbildung von Studierenden der Humanmedizin an der Universität Würzburg kommen seit 2007 in verschiedenen Lehrveranstaltungen Schauspielpatienten zum Einsatz. Auf dieser Seite möchten wir Sie über das Programm informieren.

Header-Collage des Schauspielpatientenprojekts

Was sind Schauspielpatienten?

Bei Schauspielpatienten handelt es sich um (Laien-)Schauspieler, die für eine bestimmte Patientenrolle trainiert werden. Manchmal werden Schauspielpatienten auch als Simulationspatienten oder Standardisierte Patienten bezeichnet. Diese Rollen umfassen detaillierte medizinische (u. a. Symptome, Voruntersuchungen) und nicht-medizinische (u. a. familiäre Situation, Beruf/Ausbildung) Informationen. So soll ein möglichst authentischer Patient „entstehen“, den der Schauspieler in einem simulierten Patientengespräch verkörpert.

Die Patientenrollen werden von Medizinern und Psychologen gemeinsam entwickelt. Im Rahmen von Trainings werden die Rollen dann mit den Schauspielern konkret besprochen und ihre Umsetzung wird erarbeitet.

Rollenbeispiel

Beispiel einer Rollenbeschreibung und Studenteninstruktion (Ausschnitte; zum Vergrößern anklicken)

In welcher Weise werden Schauspielpatienten im Medizinstudium eingesetzt?

Die Schauspieler kommen in simulierten Patientengesprächen mit Medizinstudenten zum Einsatz (z. B. zu den Themen Befunderhebung oder Mitteilen einer schwerwiegenden Diagnose). In diesen Gesprächen trainieren die Studierenden wesentliche kommunikative Fertigkeiten, die für die spätere Tätigkeit als Arzt wichtig sind.

Durch ein strukturiertes Feedback durch Schauspielpatient und Dozent im Anschluss an das Simulationsgespräch erhalten die Studierenden Hinweise auf Stärken wie auch Ansatzpunkte zur Verbesserung in ihrer Kommunikation mit Patienten.

Aktuell werden etwa 30 Schauspielpatienten regelmäßig in folgenden Lehrveranstaltungen im vorklinischen und klinischen Abschnitt des Medizinstudiums eingesetzt (Stand: September 2017):

Veranstaltung Semester Inhalte Verantwortlich
Kurs Medizinische Psychologie 2. Semester Anamnesegespräch; Motivierung zu gesundheitsförderlichem Lebensstil; Diagnosemitteilung Abteilung für Medizinische Psychologie
Praktische Klinische Untersuchungsmethoden (PKU) – Anamnesetraining 5. Semester strukturierte Anamneseerhebung Lehrklinik der medizinischen Fakultät
Kommunikationstraining Interdisziplinäre Onkologie 7. Semester Diagnosemitteilung im Kontext einer (kurativen oder palliativen) Krebserkrankung Interdisziplinäres Zentrum Palliativmedizin
Aufklärung vor Operation 8. Semester Durchführung eines Aufklärungsgesprächs im Vorfeld einer Operation Lehrstuhl Medizinische Lehre und Ausbildungsforschung

Für diese Veranstaltungen sind derzeit insgesamt 20 Rollen verfügbar, die von den Schauspielern übernommen werden.

Darüber hinaus kommen Schauspielpatienten bedarfsweise auch in anderen Fächern bzw. Einrichtungen zum Einsatz (Schmerztagesklinik, Klinik für Anästhesiologie; Fortbildungsveranstaltungen zum Thema Gesprächsführung am Universitätsklinikum).

Das Schauspielpatienten-Programm ist ein Bestandteil des longitudinalen Moduls WüMedKIT (Kommunikation, Interaktion und Teamarbeit im Medizinstudium) an der medizinischen Fakultät der Universität Würzburg.

Präsenz in den Medien und Lehrpreis

Das Schauspielpatienten-Programm wurde 2007 initiiert und seitdem stetig ausgebaut. Die Implementierung des Programms wurde 2011 mit dem Albert-Kölliker-Lehrpreis der Medizinischen Fakultät der Universität Würzburg ausgezeichnet (Preisträger: Dr. Birgitt van Oorschot (Interdisziplinäres Zentrum Palliativmedizin) und Dr. Silke Neuderth (Abteilung für Medizinische Psychologie)).

In allen Veranstaltungen werden die Schauspielpatienten-Einsätze kontinuierlich durch die Studierenden anhand von Fragebögen evaluiert. Die Evaluationsergebnisse werden für die Qualitätssicherung und Weiterentwicklung des Programms genutzt und regelmäßig auf Fachkongressen vorgestellt.

Das Online-Magazin einBLICK der Universität Würzburg hat in seiner Ausgabe vom 7. Februar 2017 über das Schauspielpatienten-Programm berichtet. Den Beitrag können Sie hier abrufen .


Am 6. Juni 2017 wurde das Programm im Lokalradio „Radio Charivari” präsentiert. Die vier Beiträge können Sie hier nachhören:

Teil 1
Teil 2
Teil 3
Teil 4

Bereits am 2. Februar 2015 wurde das Programm im Lokalradio „Radio Charivari“ präsentiert. Auch diese drei Beiträge können Sie hier nachhören:

Teil 1
Teil 2
Teil 3

Wir bedanken uns bei Radio Charivari für die Überlassung der Beiträge.

Wer betreut das Programm?

Das Schauspielpatienten-Programm ist dem Studiendekanat der Medizinischen Fakultät und dem Lehrstuhl für Medizinische Lehre und Ausbildungsforschung angegliedert. Mitarbeiter der Abteilung für Medizinische Psychologie leiten und betreuen das Programm (Programmkoordinatoren: Dr. Matthias Lukasczik und Dipl.-Psych. Hans-Dieter Wolf). Dies umfasst …

Eine enge Abstimmung der einzelnen Unterrichtskonzepte, v.a. hinsichtlich der Rollenentwicklung und -anpassung, erfolgt mit Fachkollegen verschiedener Einrichtungen der Medizinischen Fakultät bzw. des Universitätsklinikums:

Lehrklinik der Medizinischen Fakultät

Interdisziplinäres Zentrum Palliativmedizin

Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie

Lehrstuhl Medizinische Lehre und Ausbildungsforschung

Ansprechpartner/Kontakt

Bei Fragen zum (bzw. bei Interesse am) Schauspielpatienten-Programm können Sie sich gern an die Koordinatoren des Programms wenden:

Koordinatoren des Schauspielprojekts Dr. Matthias Lukasczik
matthias.lukasczik@uni-wuerzburg.de ,
Mitarbeiterseite der Abteilung
Hans-Dieter Wolf
hans.wolf@uni-wuerzburg.de ,
Mitarbeiterseite der Abteilung
  Fachberaterin des Schauspielprojekts Dr. Antje Thierolf
Medizinische Fachberatung
Mitarbeiterseite der Abteilung

Forschung und Publikationen

Doktorarbeiten

Forschung/Forschungskooperationen

Publikationen und Kongressbeiträge

Zur besseren Lesbarkeit wurde im Text die männliche Form verwendet, gemeint sind aber immer Frauen und Männer.