Abteilung für Medizinische Psychologie und Psychotherapie,
Medizinische Soziologie und Rehabilitationswissenschaften
am Institut für Klinische Epidemiologie und Biometrie
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Bewegungstherapie-Fortbildungen (BeFo)

Psychologische Interventionen für die Bewegungstherapie zur Unterstützung des Alltagstransfers körperlicher Aktivität bei Rehabilitanden: Entwicklung und Evaluation von Fortbildungen für das Team der Bewegungstherapeuten

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Hintergrund

In fast allen Indikationen der medizinischen und psychosomatischen Rehabilitation hat Bewegung einen positiven Einfluss auf den Erkrankungsverlauf und die Symptomatik. Die Bewegungstherapie hat deshalb in der stationären Rehabilitation einen hohen Stellenwert. Der Transfer von körperlicher Aktivität in den Alltag ist aber nur dann wahrscheinlich, wenn Personen bei der Aneignung und Aufrechterhaltung körperlicher Aktivität durch kognitiv-behaviorale Strategien zur Verhaltensänderung unterstützt werden (Geidl et al., 2012). Aufgrund dieser Erkenntnis wurden spezifische verhaltensbezogene Interventionsprogramme zur Unterstützung der Motivation und Volition für die stationäre Rehabilitation entwickelt: z. B. MoVo-LISA oder VIN-CET, das Curriculum Rückenschule der Deutschen Rentenversicherung Bund; PASTOR. Solche komplexen, multidisziplinären Programme können jedoch häufig nicht 1:1 in die Regelversorgung übernommen werden. Bei Anpassungen der gut evaluierten Programme sollte aber zwingend gewährleistet sein, dass die zentralen psychologischen Strategien zur Verhaltensänderung der ursprünglichen Intervention erhalten bleiben. Dies setzt spezifisches Hintergrundwissen und besondere Kompetenzen voraus. Deshalb ist es sinnvoll, psychologisch-pädagogische Kompetenzen zu den Strategien der Verhaltensänderung zu vermitteln.

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Ziele/Fragestellungen

Ziel der Studie ist der Transfer der zentralen Wirkfaktoren der o. g. evaluierten Programme in die Bewegungstherapie der stationären Rehabilitation. Um dies zu erreichen, sollen Fortbildungen für das Team der Bewegungstherapie entwickelt und evaluiert werden. Untersuchungsziele:

Folgende Fragen sollen beantwortet werden:

Kann mit Fortbildungsmodulen psychologisch-pädagogisches Hintergrundwissen so vermittelt werden, dass handlungsrelevantes Wissen der Mitarbeitenden der Bewegungstherapie erweitert werden kann?

Können mit Fortbildungsmodulen psychologische Techniken der Verhaltensänderung so vermittelt werden, dass sich die selbsteingeschätzte Kompetenz der Mitarbeitenden der Bewegungstherapie verbessert?

Werden die psychologischen Techniken der Verhaltensänderung in die bewegungstherapeutischen Angebote implementiert und dauerhaft durchgeführt?

Welches Fortbildungsformat ist hinsichtlich der o. g. Zielgrößen überlegen und welches wird seitens der BT-Teams und der Einrichtungen präferiert?

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Studiendesign/Methoden

1. In der ersten Projektphase werden theoriegeleitete und evidenzbasierte Wirkfaktoren im Rahmen einer systematischen Literaturrecherche identifiziert und deren Eignung für die Bewegungstherapie in Fokusgruppen diskutiert. Ziel ist die Auswahl und Verdichtung, nach aktuellem Forschungsstand, empirisch wirksamer und in der Praxis umsetzbarer Techniken für die Bewegungstherapie. Gemeinsam mit vier BT-Teams wird zudem der Bedarf an Fortbildungsmodulen ermittelt.

2. Auf Basis dieser Ergebnisse werden im nächsten Projektschritt konkrete Fortbildungen entwickelt und angeboten. Diese setzen sich aus Inhouse-Fortbildungen, Auffrischungsworkshops bzw. webbasierten Fortbildungsmodulen für die Bewegungstherapie zusammen.

3. In vier Rehabilitationseinrichtungen der Deutschen Rentenversicherung werden die Fortbildungen evaluiert. Interventionen sind Train-the-Trainer-Workshops und webbasierte Fortbildungsmodule für die Bewegungstherapie-Teams. Qualitative Datenbasis sind mündliche Befragungen von etwa 55 Bewegungstherapeuten, quantitative Daten werden über schriftliche Befragungen der Bewegungstherapie-Teams vor (t1) und nach (t2) den Fortbildungsmodulen sowie drei Monate nach Ende der Fortbildung (t3) erhoben. Primäre Zielgrößen sind Handlungswissen und Kompetenz der Bewegungstherapeuten/-innen. Datenanalysen erfolgen deskriptiv (qualitative Daten) bzw. über Prä-Post-Vergleiche (t-Test für abhängige Stichproben) der quantitativen Daten.

Nutzen und Verwendungsmöglichkeit

Im Projekt sollen Fortbildungsmodule für die Bewegungstherapie evidenzbasiert entwickelt und evaluiert werden. Mit diesen Fortbildungen soll der Einsatz evidenzbasierter und wirksamer Strategien zur Förderung der Nachhaltigkeit der Bewegungstherapie optimiert werden. Eine Übernahme in die Fortbildungsreihe des Zentrums Patientenschulung sichert das langfristige Angebot über die Laufzeit des Projekts hinaus.

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Publikationen

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